Ayka


Ayka * 19.10.2006 (Beauceron-Mischling)
Ayka * 19.10.2006 (Beauceron-Mischling)

 Der erste Tag

Ayka wurde am 19.10.06 in Köln geboren. Ihr Start ins Leben war allerdings nicht ganz einfach. Ihre Mutter gehörte einem Obdachlosen. Da er seine Hündin nicht hat kastrieren lassen, ist eines guten Tages passiert, was passieren musste. Die Hündin wurde gedeckt und knapp zwei Monate später wurden 10 Welpen geboren. Da der Halter der Mutterhündin restlos überfordert war, gab er sieben der kleinen in ein Kölner Tierheim, zu unserem Glück - sonst wäre unsere süße Maus nie zu uns gekommen. Seit ihrer fünften Lebenswoche besuchten wir sie und ihre Geschwister täglich im Tierheim, bis es am 14.12.06 endlich so weit war und Ayka bei uns einzog.

Die kleine Maus war ganze 4,8 kg leicht und hatte knapp 25 cm Höhe, also noch etwas niedriger als unsere beiden Miezen. Zu Hause angekommen wurde erst  Mal die Wohnung unter die Lupe genommen und der Futternapf restlos geleert. Nach der ganzen Aufregung und dem Abschied von den Geschwistern musste die kleine Dame sich dann ausruhen und sie schlief und schlief und schlief.

Kai und ich waren bestimmt genauso aufgeregt wie die Kleine und warteten gespannt bis sie endlich wieder wach wurde - wie würde sie sich wohl verhalten, wie signalisiert sie uns, dass sie mal muss??? Wir hatten im Vorfeld ja jede Menge gelesen, uns Tipps eingeholt und hatten unsere eigenen Erfahrungen mit den Hunden unserer Eltern. Wir dachten also, wir wären bestens gerüstet aber die Praxis sieht ja bekanntlich anders aus, als die Theorie!

Irgendwann war es dann endlich so weit und die kleine Maus wurde wieder munter. Prompt talperte sie durchs Wohnzimmer und schnüffelte akribisch den Boden ab. Dabei wurde sie zunehmend hektischer und Kai und ich standen schon in den Startlöchern - für den Fall der Fälle hatten wir einen großen Vorrat Küchenrolle angelegt und der Wischer stand griffbereit! Kurzerhand schnappten wir uns unseren Furzknoten und schleppten sie flux auf die gegenüberliegende Wiese. Es dauerte nicht lange und es fing zu plätschern an. Wunderbar - wir veranstalteten daraus ein wahres Freudenfest, was die vorbeilaufenden Passanten wahrscheinlich unwesentlich amüsierte. Diesen "Klogang" konnten wir dann im Zweistundentakt wiederholen, hätte nicht gedacht, dass so ein kleines Etwas so viel pinkeln kann!!! Es klappte alles wunderbar und wir waren also dem Kapitel Stubenreinheit ein Stück näher, dachten wir naiverweise!

Nach ausgelassenem Spiel meinte Madame sich mitten auf dem Läufer im Wohnzimmer entleeren zu müssen (Merke - neben Küchenrolle und Wischer sollte Teppichreiniger nicht fehlen!)

Es folgte der nächste spannende Teil, die erste Nacht. Bevor es so weit war, mussten zunächst einige logistische Veränderungen vorgenommen werden. Die Katzen, die zu ihrem Ärger im Schlafzimmer verweilten, mussten ihre Gemächer nun verlassen, damit Ayka einziehen konnte. Am ersten Tag wollten wir die drei noch nicht zusammen führen, da der Tag ohnehin schon aufregend genug war für die Kleine. Neben dem Bett stand nun schon der große Karton vom neuen Fernseher (damals waren solche Kartons noch groß und breit), der eigens für Ayka zur Schlafhöhle umfunktioniert wurde. Sie zeigte sich allerdings wenig begeistert von ihrer neuen Behausung, was wohl an der Tatsache lag, dass er zu hoch war, so dass sie alleine nicht wieder hinaus konnte. Das hatte guten Grund, denn auf diesem Wege sollte sie lernen sich zu melden, wenn sie mal müsste, abgesehen davon sollte ihr der Karton, ausgestattet mit einer großen Decke und meinem alten Plüschbobtail die nötige Sicherheit für die Nacht geben - wir hatten uns ja belesen. Sie schaute dann doch etwas verdutzt, als wir sie sanft in dem Karton parkten. Kaum war das Licht aus, fiel sie auch schon in Tiefschlaf, eine halbe Stunde!

Tja, da ging das erwartete Konzert auch schon los. Inbrünstig erreichte sie unglaubliche Tonlagen, was Schlaf unmöglich machte. Da sie unmittelbar vor dem "zu Bett gehen" noch all ihre Geschäfte brav erledigt hatte, konnte sie nicht schon wieder müssen. Jetzt waren wir gefragt, bloß nicht erweichen lassen. Wir haben es vielleicht zehn Minuten geschafft nichts zu sagen, dann dachten wir, die Nachbarn möchten vielleicht auch schlafen. Also steckte ich meinen Arm, durch das zuvor ausgeschnittene Loch im Karton und legte ihr einfach nur meine Hand auf den Kopf. Siehe da - sie gab Ruhe - vielleicht 5 Minuten, toll! Also fing ich an ihren Kopf zu kraulen, wortlos versteht sich, halt wie bei einem Baby. Irgendwann war der Zeitpunkt erreicht, dass wenigstens einer einschlief - mein Arm! Da Kai bereits, dank seines Totenschlafs, nichts mehr mitbekam und ich langsam ungehalten wurde, entschloss ich mich zu singen, ja richtig, ich habe gesungen! Ich weiß nicht, ob es an meinem liebreizenden Gesang lag oder ob ihr kleiner Körper einfach sein Recht forderte, jedenfalls schlief sie endlich ein. Vorsorglich hatte ich mir den Wecker auf 3.00 Uhr gestellt, da ich davon ausging, dass sie dann spätestens mal wieder müsste. Ich lag fast richtig, um 02.40 Uhr ging der Hundewecker, fast wie bei einem Handy, bei dem der Alarm zunächst vibriert und sich dann zunehmend lauter steigert. Schlaftrunkend warf ich mich also in meine Klamotten, die ich natürlich extra griffbereit zurecht gelegt hatte, schnappte mir die kleine "Sirene" und spurtete zur Wiese. Dort angekommen, konnte ich sie gerade noch absetzen da pieselte sie auch schon los. Trotz meiner Müdigkeit ließ ich sie dafür wieder hochleben und veranstaltete schließlich wieder ein Freundenfest, als sie auch noch das ersehnte Häufchen machte. Ohne viele Worte bin ich dann zurück und parkte sie erneut in ihrem Karton. Netterweise schlief sie tatsächlich direkt wieder ein und bis 6.00 Uhr war Ruhe.

 

Die nächsten Wochen und Monate

 

Die ersten Wochen verliefen ähnlich turbolent. Unsere kleine Maus stellte so allerhand Blödsinn an und so manches Buch oder ähnlicher Kleinkram musste dran glauben. Trotzdem nahmen ihr das nie wirklich übel. Sie war ja immerhin noch ein Baby und musste viel lernen. Das gleiche galt natürlich für uns, deshalb hieß es - auf zur Hundeschule. Leider landeten wir erst in einer recht besch... Hundeschule, haben jede Menge Geld auf den Tisch gelegt und hätten uns den Rest dann besser schenken können.

Schließlich landeten wir dann bei Ilona in Nümbrecht. Gemeinsam mit Aykas Kumpel Barney machten wir uns nun jeden Samstag auf ins Oberbergische. Damals wie heute macht es jede Menge Spaß, wir haben viele nette Leute und Hunde kennen gelernt und Ayka hat sich toll entwickelt. Übung macht den Meister und geübt haben wir uns schwindelig - aber der Erfolg spricht Bände. Ayka hat es ziemlich schnell verstanden sich bemerkbar zu machen. Anfangs ging sie immer zur Haustür und setzte sich davor. Dummerweise hat man es nur nicht immer direkt gesehen und das Maleur war passiert. Es dauerte nur wenige Tage und sie hat es verstanden, dass sie auch was sagen muss, damit man auf sie aufmerksam wird und siehe da - unser Baby war stubenrein. Auch in unserer Abwesenheit klappte es immer besser und es dauerte nicht mehr lange, bis sie verstanden hatte, dass wir immer wieder kommen und sie die Zwischenzeit einfach zum schlafen nutzen kann.

Als im März dann ihr "großer Bruder" Oskar eingezogen war, hatte unsere kleine Maus richtig Spaß. Immer jemanden zum spielen, toben und kuscheln. Es macht einfach Spaß die Zwei zusammen zu erleben. Die beiden haben sich zu einem unzertrennlichen Team entwickelt und Oskar beschützt sein Mädchen vor jedem zu forschem Rüden. Allerdings muss er auch ordentlich einstecken, denn die kleine wilde Hummel hat ganz schön Pfeffer inm Hintern. Sie ist gewachsen und gewachsen und hat mittlerweile eine Höhe von 61cm bei 30 kg erreicht. Trotzdem bleibt die kleine Dame immer unser Baby. Wir sind so unendlich froh an diesem dunklen Novembertag ins Tierheim gegangen zu sein. Der kleine freche Schatz ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung für uns und unser Leben.

Ayka, es ist schön das es dich gibt!!!

 

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